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Wie lange dauert es ein Zahnimplantat zu setzen?

Zahnbehandlung-Implantat

Zahnimplantate sind eine beliebte und effektive Methode, um fehlende Zähne zu ersetzen. Die Dauer des gesamten Prozesses, von der Planung bis zur endgültigen Krone, variiert jedoch erheblich. In diesem Artikel werden die verschiedenen Phasen der Implantation beleuchtet, damit ihr eine klare Vorstellung davon bekommt, wie lange es dauert, ein Zahnimplantat zu setzen und welche Faktoren die Dauer beeinflussen können.

Vorbereitungsphase

Voruntersuchung und Planung

Die erste Phase des Implantationsprozesses ist die Voruntersuchung und Planung. Bei einem ersten Beratungstermin wird der Zahnarzt oder Kieferchirurg eure Zahngesundheit bewerten und feststellen, ob ihr ein geeigneter Kandidat für ein Implantat seid. Dazu gehören:

Klinische Untersuchung: Hierbei wird der Zustand eurer Zähne, des Zahnfleischs und des Kiefers überprüft.

Röntgenaufnahmen: Diese sind notwendig, um die Knochendichte und -struktur zu beurteilen.

3D-Diagnostik: In einigen Fällen wird eine 3D-Diagnostik durchgeführt, um eine präzise Planung der Implantatposition zu ermöglichen.

Die Vorbereitungsphase kann zwischen ein bis zwei Wochen dauern, abhängig von der Verfügbarkeit der diagnostischen Tests und der Terminplanung.

Operative Phase

Einsetzen des Implantats

Das eigentliche Einsetzen des Implantats ist ein chirurgischer Eingriff, der in der Regel unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. Der Eingriff selbst dauert je nach Komplexität und Anzahl der Implantate etwa 1 bis 2 Stunden pro Implantat. Während der Operation wird das Zahnfleisch geöffnet, ein Loch in den Kieferknochen gebohrt und das Implantat eingesetzt. Anschließend wird das Zahnfleisch wieder vernäht.

Nach der Operation kann es zu Schwellungen und leichten Schmerzen kommen, die jedoch mit herkömmlichen Schmerzmitteln gut kontrolliert werden können. Eine Erholungszeit von ein bis zwei Tagen ist in der Regel ausreichend, um zu den normalen Aktivitäten zurückzukehren.

Einheilphase

Osseointegration

Die Einheilphase, auch Osseointegration genannt, ist die Zeit, in der das Implantat mit dem Kieferknochen verwächst. Dieser Prozess ist entscheidend für die langfristige Stabilität und den Erfolg des Implantats. Die Dauer der Einheilphase kann variieren, dauert aber typischerweise zwischen drei und sechs Monaten. Faktoren, die die Einheilphase beeinflussen, sind:

Knochenqualität: Eine gute Knochenqualität fördert eine schnellere Einheilung.

Gesundheitszustand des Patienten: Allgemeine Gesundheitszustände wie Diabetes können die Einheilung verlangsamen.

Rauchen: Rauchen kann die Heilung negativ beeinflussen und sollte vermieden werden.

Während der Einheilphase werdet ihr regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt haben, um den Fortschritt zu überwachen und sicherzustellen, dass das Implantat stabil bleibt.

Aufbauphase

Setzen des Aufbaus

Nach der erfolgreichen Osseointegration wird ein Aufbau, auch Abutment genannt, auf das Implantat gesetzt. Dieser dient als Verbindungselement zwischen dem Implantat und der späteren Krone. Der Eingriff ist weniger invasiv und dauert in der Regel nur etwa 30 Minuten. Eine kleine Menge Zahnfleisch wird geöffnet, um das Abutment zu befestigen.

Abdrucknahme und Herstellung der Krone

Nach dem Setzen des Aufbaus wird ein Abdruck von euren Zähnen und dem Abutment genommen. Dieser Abdruck dient als Vorlage für die Herstellung der endgültigen Krone im zahntechnischen Labor. Die Herstellung der Krone dauert etwa zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit kann eine provisorische Krone eingesetzt werden, um die Ästhetik und Funktionalität zu gewährleisten.

Endphase

Einsetzen der endgültigen Krone

Sobald die Krone fertiggestellt ist, wird sie beim Zahnarzttermin auf das Abutment gesetzt und befestigt. Dieser Termin dauert etwa eine Stunde. Die Krone wird auf Passgenauigkeit und Biss überprüft und gegebenenfalls angepasst, um sicherzustellen, dass sie perfekt sitzt und keine Beschwerden verursacht.

Nachsorge

Nach dem Einsetzen der Krone sind regelmäßige Nachsorgetermine wichtig, um die Gesundheit des Implantats und des umliegenden Zahnfleisches zu überwachen. Eine gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche tragen dazu bei, die Lebensdauer des Implantats zu verlängern.

Wann ist der Einsatz von Implantaten nicht möglich?

Medizinische Kontraindikationen

Es gibt verschiedene medizinische Gründe, die den Einsatz von Zahnimplantaten unmöglich oder riskant machen können. Patienten mit schweren Herz-Kreislauferkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen wie Hämophilie haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Auch Personen mit immunsuppressiven Erkrankungen wie HIV oder Patienten mit schwerer Osteoporose, insbesondere bei intravenöser Bisphosphonat-Therapie, können keine Implantate erhalten. Unkontrollierter Diabetes mellitus kann ebenfalls die Wundheilung negativ beeinflussen und die Erfolgsrate der Implantation verringern.

Lokale Kontraindikationen

Einige lokale Bedingungen im Mundbereich können den Einsatz von Implantaten erschweren oder unmöglich machen. Unbehandelte Parodontitis muss vor einer Implantation vollständig behandelt werden, da das Risiko einer Infektion sonst zu hoch ist. Ein unzureichendes Knochenangebot im Kiefer kann ebenfalls ein Problem darstellen, obwohl in vielen Fällen ein Knochenaufbau durchgeführt werden kann. Jugendliche mit einem noch wachsenden Kiefer sind ebenfalls nicht die besten Kandidaten für Implantate.

Medikamentöse Kontraindikationen

Einige Medikamente, wie Bisphosphonate zur Behandlung von Osteoporose und bestimmten Krebsarten, können die Knochenregeneration beeinträchtigen und das Risiko einer Kiefernekrose erhöhen. Langfristige Cortison- oder Zytostatika-Therapien können ebenfalls die Immunabwehr schwächen und die Heilung nach einer Implantation erschweren.

Verhaltens- und Disziplinprobleme

Der Erfolg einer Implantatbehandlung hängt stark von der Mitarbeit des Patienten ab. Patienten, die Schwierigkeiten haben, die notwendige Mundhygiene aufrechtzuerhalten oder die häufig rauchen und Alkohol konsumieren, sind möglicherweise keine guten Kandidaten für Implantate, da diese Faktoren die Heilung negativ beeinflussen können.

Wirtschaftliche und zeitliche Faktoren

Zahnimplantate können teuer sein und die Kosten werden oft nicht vollständig von den Krankenkassen abgedeckt. Die Behandlung erfordert zudem regelmäßige Kontrolltermine, was für Patienten mit einem hektischen Zeitplan problematisch sein kann. Auch die Behandlungsdauer, die je nach Ausgangssituation mehrere Monate bis zu einem Jahr betragen kann, kann ein Hindernis darstellen.

Fazit

Die Dauer des gesamten Prozesses, ein Zahnimplantat zu setzen, kann je nach individuellen Bedingungen und Behandlungsplan zwischen drei und neun Monaten variieren. Von der Voruntersuchung über die operative Phase und Einheilphase bis hin zur endgültigen Krone sind mehrere Schritte notwendig, um ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Eine sorgfältige Planung und regelmäßige Nachsorge sind entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Zahnimplantats. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht jeder Patient für eine Implantation geeignet ist. Medizinische, lokale, verhaltensbezogene und wirtschaftliche Faktoren müssen sorgfältig abgewogen werden, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

 

Foto: © Horst K. Berghäuser